Aschenschalen Dagobert Peche Wiener Werkstätte um 1920

SKU 163

Fünf Aschenschalen, Dagobert Peche, Wiener Werkstätte, um 1920, markiert

  • Höhe: 3.5cm
  • Länge: 10cm
  • Breite: 10cm
  • Datierung: 1920 bis 1922
    Technik: Messing, getrieben
    Expertise:

    Lit.: Originalfoto im Archiv der Wiener Werkstätte im Museum für Angewandte Kunst, Wien, Inventarnummer WWF 98-98-8

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    Beschreibung

    Als Gründungsmitglied des Österreichischen Werkbundes wurde Dagobert Peche 1915 durch Josef Hoffmann in die Wiener Werkstätte eingeladen. Hoffmann sagte selbst über Peche: „Nicht einmal alle hundert Jahre, alle dreihundert Jahre einmal vielleicht nur wird einem Land ein solches Genie geboren. Dagobert Peche war das größte Ornamentgenie, das Österreich seit der Barocke besessen hat.“

    Auch heute sind die Entwürfe Peches hochbegehrte Sammlerobjekte. Peche schuf in seiner kurzen Zeit bei der Wiener Werkstätte (8 Jahre, bis zu seinem Tod) eine Vielzahl an Objekten mit außergewöhnlicher Ornamentik, darunter auch Kleinobjekte wie diese Aschenschalen. Sie sind am Boden markiert und haben die Modellnummer M as 2.

    Künstler

    Dagobert Peche (St. Michael im Lungau 1887 – 1923 Wien) war ein vielseitiger Künstler, dessen Name hauptsächlich mit der ornamentalen Phase der Wiener Werkstätte ab dem Jahr 1915 in Verbindung gebracht wird.

    Peche wurde 1887 in St. Michael im Lungau geboren und studierte von 1906 bis 1911 in Wien an der Technischen Universität und an der Akademie der Bildenden Künste. Als wichtiger Mentor erwies sich in Folge der Herausgeber Alexander Koch, der sehr früh Peches Begabung als Ornamentiker erkannte und ihm Veröffentlichungen in seiner Zeitschrift „Kunst und Dekoration“ ermöglichte.

    Peche hatte schon seit 1911 für die Wiener Werkstätte gearbeitet und textile Entwürfe beigesteuert. 1915 wurde er von Josef Hoffmann offiziell zur künstlerischen Mitarbeit in der WW herangezogen. Dort wurde er dank seiner unerschöpflichen Fantasie zu einem der wichtigsten Impulsgeber für alle Bereiche des Kunsthandwerks. Viele Arbeiten der Wiener Werkstätte wären ohne seinen Einfluss wohl nicht denkbar. 1917 bis 1919 leitete er die Züricher Filiale der Wiener Werkstätte und kehrte 1920 nach der Schließung derselben in die Unternehmenszentrale nach Wien zurück.

    Peche lieferte Entwürfe für Tapeten sowie Stoffdesign und gestaltete Objekte in allen Sparten der Wiener Werkstätte, ob Möbel, Goldschmiedekunst, Elfenbeinschnitzerei, Spiegelrahmen oder Metallwaren. Ein Merkmal Peches ist der verspielte ornamentale Reichtum, der die jeweiligen Objekte ihres Zwecks zu entheben scheint. Entgegen der strengen Linienführung von J. Hoffmann und K. Moser in den Anfängen der Wiener Werkstätte, zeichnet sich die zweite Dekade unter dem Einfluss Peches durch verspielt-fantasievolle und florale Ornamentik aus.

    Das Design-Genie Dagobert Peche starb 1923, kaum 36-jährig, in Wien.

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