Putto mit Trauben Michael Powolny Wiener Keramik um 1907

SKU 127

Putto mit Trauben (Herbst), Michael Powolny, Wiener Keramik, um 1907, markiert

  • Höhe: 38cm
  • Länge: 20cm
  • Breite: 18cm
  • Datierung: 1907 bis 1910
    Technik: Weißer Scherben, bunt glasiert
    Expertise:

    Lit: Abgebildet in Elisabeth Frottier, „Michael Powolny. Keramik und Glas aus Wien 1900 bis 1950“, Böhlau Verlag, Wien-Köln 1990, Abb. 24, WV-Nr. 28
    am Boden markiert mit Entwerfermonogramm “MP” für Michael Powolny und “WK” für Wiener Keramik

    9.500,00 inkl. MwSt.
    SKU 127
    Beschreibung

    Michael Powolny (Judenburg 1871 – 1954 Wien) ist einer der bekanntesten Keramikkünstler des Wiener Jugendstils und bei Jugendstilsammlern vor allem wegen seiner phantasievoll-dekorativen Putten bekannt. Dass er auch große skulpturale Arbeiten gestalten konnte, hatte er z.B. bei der künstlerischen Mitwirkung am Palais Stoclet in Brüssel unter Beweis gestellt.Das Thema der Vier Jahreszeiten griff Powolny mehrmals auf. Dabei gestaltete er die beliebten Putten in verschiedenen Größen entweder vollplastisch oder er variierte das Thema in reliefartigen Darstellungen auf Vasen oder Kacheln.

    Dieser Putto ist eine Allegorie des Herbstes. Die kindliche Figur trägt begeistert eine Traubengirlande, die dekorativ bis zum Sockel der Figur reicht. Die leuchtend blauen Trauben bilden einen farblichen Kontrast zur eher zurückhaltenden Bemalung der Figur.
    Mit seiner ausgewogenen Komposition und seinem Detailreichtum zeugt dieses Objekt von Powolnys meisterhafter Beherrschung des keramischen Materials.

    Diese Arbeit ist auch gut dokumentiert. Wie auf einer Originalfotografie von 1907 gut ersichtlich, platziert Powolny den Herbstputto als dekoratives Element direkt im Eingangsbereich des berühmten Kabaretts “Fledermaus” in Wien (s. Frottier, Abb. 40).

    Künstler

    Michael Powolny (Judenburg 1871 – 1954 Wien) ist einer der bekanntesten Keramikkünstler des Wiener Jugendstils. Nach seiner Hafnerlehre studierte er an der Wiener Kunstgewerbeschule, wo er zeitweise auch lehrte. Bald schon gehörte er dem inneren Kreis der Wiener Secessionisten an und war an der Ausstattung bedeutender Gesamtkunstwerke im Sinne der Wiener Werkstätte beteiligt; so am legendären Kabarett Fledermaus in Wien oder am Brüsseler Palais Stoclet. 1905 gründete er zusammen mit Berthold Löffler die „Wiener Keramik“, deren Objekte von der Wiener Werkstätte vertrieben wurden. 1912 fusionierte die Wiener Keramik zur „Vereinigten Wiener und Gmundner Keramik“, die weiterhin Entwürfe von Powolny und Löffler ausführte. Viele großformatige Entwürfe Powolny‘s wurden ab ca. 1914 auch von der Firma Wienerberger produziert (Skulpturen, Kachelöfen, Bauplastiken).

    Im Kunstgewerbe des Jugendstils wird der Name Powolny insbesondere mit den secessionistischen Figurinen (Schöne Helena) und den beliebten Jahreszeiten-Putten assoziiert. Mit seinen kindlich-heiteren Putti prägte Powolny maßgeblich die Ästhetik der dekorativen Kleinplastik des Wiener Jugendstils. Powolny gestaltete aber auch große figurale Keramiken, wie für das Palais Stoclet oder das Dianabad. Als Designer entwarf Powolny zudem Glasobjekte, so z.B. für die Glasmanufaktur Johann Loetz Witwe oder die Wiener Traditionsfirma J. & L. Lobmeyr.

    Fantasievoll-dekorative Kleinplastiken Powolny`s sowie Glasobjekte befinden sich heute in Jugendstil-Sammlungen wichtiger Kunstgewerbemuseen, so z.B. im MAK in Wien.

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